Kritiken

MASSIV IN MENSCH – Clubber Lang (CD/Art of Fact) – Info: www.massiv-in-mensch.de

Vor ca. einem Monat kam das neue Meisterwerk der Vareler Gruppe MASSIV IN MENSCH heraus, welches seinen Namen Rocky III entlieh, und ja, der Bösewicht war natürlich namensgebend: Clubber Lang, der geniale Gegner von Rocky Balboa aka Sly Stallone. Ebenso ist ein Titel nach ihm benannt...dazu aber später.
„Clubber Lang“ nannte ich oben schon Meisterwerk, nicht ganz ohne Hintergedanken: Kein Silberling von MASSIV IN MENSCH war bislang so abwechslungsreich, eingängig und doch speziell. Obwohl viele Lieder gleich Gehör finden, weiß man doch nicht, ob dies bei der breiten Masse ebenso ist, spielt man doch mit diversen Stilrichtungen und kombiniert diese frech, sei es EBM, SynthPop, Breakbeat, Drum & Bass usw. usf. – oder einfach selbst benannt Dark Rave. Das verwirrt zuweilen, ist aber kein Hindernis, wenn man sich einfach `drauf einläßt, was sicher gerade in der „Szene“ vielen schwer fallen wird.
Ecki Stieg eröffnet das Intro mit einem Spruch. Gleich wird einem bewußt, daß MIM sich am liebsten selbst auf den Arm nehmen und sicher selbst niemals bierernst, oder sollte ich pernodernst sagen ;), nehmen ;). Nach „In Mensch“ weiß dann auch jeder, wie die Gruppe denn heißt, die sich im Folgenden audiophil vorstellt... Und wieder folgt etwas Eigenartiges: Die Band setzte einen Coversong gleich zu Anfang, auch noch einen Song, den man irgendwie als unangreifbar sieht „Sunday bloody Sunday“, die Band um den sich selbst völlig als Wohltätigen sehenden Bono Vox – für mich hat er einfach einen Sonnenbrillentick und verdient mit seinem Wohltätigkeitsgequatsche und verbundenem Imagegewinn selbst Millionen. Soll er DIE mal alle spenden, dann zolle ich Respekt...nun denn, ich schweife ab...also, „Sunday bloody Sunday“, nicht mal von den Bandmitgliedern selbst gesungen, sondern von Sven Enzelmann, seines Zeichens Sänger von THE PROMISE. Aber: JA! Er macht es wirklich gut. Gefühlvoll neu interpretiert, dabei aber nicht zu weit vom Original entfernt. Das musikalisch Kleid ist natürlich elektronischer, verspielter, sensibler. Grad die ruhigen Passagen lassen einen aufhorchen, sind aber sicher beim Wohlfühltanz ein kleines Hindernis. „Einen Augenblick“ macht da teilweise weiter, allerdings darf nun der Kopf der Truppe selbst ans Mikro treten: Daniel Logemann. Grad die eingespielten Sprachsamples erinnern an lustigen Techno, nicht ganz aus der BLÜMCHEN-Ecke, aber doch sehr infantil-süß.
Und wieder folgt etwas Seltsames: Man liefert zum Titel des letzten Albums nun das Stück nach: „Menschdefekt“ – ein klares Hochlicht dieser Scheibe, in dem jeder der aktuellen Besetzung sein individuelles Können bestens einbringt: Mirco Osterthun sein böses Gegrunze im Kehrreim, Neo-Sängerin ANA ihre liebenswürdig-engelsgleiche Strophe, dazu allgegenwärtig Herr Logemann mit seinem leicht aggressiven und sehr passenden Hauptgesang. Die folgende Single „Klang der Unsterblichkeit“ findet Ihr hier einzeln bewertet. „Hass Kot [Reloaded]“ war zuvor schon auf der EP „Uturn“ des Jahres 2002, ist hier allerdings kaum wiederzuerkennen, will sagen: Viel geiler! Stampfende Schläge hatte auch das Original, aber hier wird der Song durch den enthaltenen Gesang viel eingängiger, die umschaltenden Sequenzen entzücken. Was man nach dem Drum & Bass-Beginn gar nicht mehr vermuten würde, aber nach dem Ficken-Sprachsample ist nichts mehr, wie es war :).
Als nächstes ist der Titeltrack dran, „Clubber Lang“, der vor allem durch seine perfekt eingebrachten Sprachfetzen des Namensgebers besticht. Einfach genial abgemischt. Schön aggro auf die Möhre, dazu aber mit einem Blasinstrument [Nicht Natter, nein: Trompete] verfeinert – mal wieder eine auffallende Eigenheit - „Es wär besser, Du würdest nicht so glotzen, bevor ich Dir die Fresse breit schlage!“ – wundervoll!
Ab sofort ändert sich die Gangart – es wird poppig, anfangend mit dem verschmusten „Green“, gefolgt vom leicht treibenden „Endless“, endend mit einem weiteren absoluten Hochlicht: „Around my heart“ – dem SANDRA-Kracher aus dem Jahre 1987. Hier liefert ANA Straatmann nach „Menschdefekt“ ihre absolute Krönung ab, die auch ihr Lehr[er]meister Herr Logemann hier mit seinem Gehauche nicht annähernd erreicht. Dahinfließen und genießen...
„Selig [Reloaded]“ ist für mich der Schwachpunkt des Albums, allein wg. des Gesäusels und dem Dudelscheißsack aus dem original HELIUM VOLA-Stück. „Bitterfeld“ wird wieder weit origineller, ironisch abwertend und doch ansprechend – ein lockerflockiges SynthPop-Stück. Der Osten in einem anderen Gewand. „History“ paßt musikalisch, wenn auch nicht thematisch, ins gleiche Schema.
„Toast“ ist nun wieder was für Bescheuerte und / oder auch für noch übrig gebliebene ALF-Fans. Wobei viele sich sicher nicht mehr an die Folge mit dem lustigen Außerirdischen und seinem sprechenden Toaster erinnern werden...wer den Song ernst nimmt, ist selbst schuld – aber auf jeden Fall ein humoristisches Schmankerl; wäre das Thema nicht viel zu ernst, ich würde „Offenes Schuhwerk“, den Rausschmeißer, ebenso dazu zählen – aber NEIN NEIN NEIN: Die sprachliche Abfertigung des wohl in der Geschichte der Menschheit schlimmsten, abscheulichsten jemals erfundenen Schuhform ist einfach nur überfällig – im Besonderen hier zu nennen: Die Abendtreter der Yuppie- und Schönlings-Generation, der Flip Flop. Allein der Gedanke an unzählige maskuline Benutzer, die uns ihren Fußschweiß inklusive feinster Behaarung entgegenrecken, ist ein Greuel [womit ich diese Badelatschen außerhalb des Strands / Schwimmbads auch bei Frauen KLAR an den Pranger stelle].
Als Fazit kehre ich zum Anfang zurück: „Clubber Lang“ IST ein Meisterwerk, variationsreich wie nie zuvor in der Bandgeschichte – Reinhörmuß!

H-Punkte 5,5 [Skala 1- 6]

DJHorn

 

 


LOLA ANGST – The council of love (CD/Wannsee) – Info: www.lola-angst.com

Ein erfrischendes, elektronisches Debütalbum bescheren uns LOLA ANGST- das Projekt um den ehemaligen BLIND PASSENGERS-Sänger Reiner Schirner. Zwar sind die Anleihen und Soundadaptionen an AND ONE unüberhörbar (wie z.B. die Single „Am I dead“ eindrucksvoll beweist), jedoch punktet die Band auch mit szeneuntypischen Klängen und Experimenten. Der Titelsong „The council of love“ erinnert gesanglich doch sehr an PRAGA KHAN, teils kommen auch Houseklänge zum Einsatz, was sich in diesem Fall als eine sehr nützliche Ingredenzie erweist. Mit „She`s a dark DJ“ werden LOLA ANGST sicher einen „garantierten“ Clubhit landen können, ebenso mit der Single „Am I dead“ – die Band eckt kaum an und wirkt gefällig auf Albumlänge. Trotzdem ist „The council of love“ alles andere als langweilig oder ermüdend. Ein Album, welches man sehr gut „in einem Rutsch“ anhören kann – also ein Erlebnis OHNE die Skiptaste bemühen zu müssen. Das ist ja heutzutage schon sehr viel wert, gerade bei den sogenannten „Szeneproduktionen“ aus dem elektronischen Lager. Insofern darf man gespannt sein, ob sich LOLA ANGST langfristig etablieren können. Mit diesem Album ist der Grundstein auf jeden Fall gelegt.

H-Punkte 4,5 [Skala 1- 6]

Le-Rav

 


AND ONE – Military fashion show (MCD/Out of Line /SPV) – Info: www.andone.de

Nach „Aggressor“ durfte man regelrecht Angst haben, daß AND ONE nach diesem grandiosen Album wieder den [Walther]Bach `runter geht, aber nein, man verbleibt auf hohem Niveau und liefert mit „Military fashion show“ gleich einen Mega Ohrwurm nach, der immer mehr hängen bleibt. Wobei eins klar ist: Dieser Song ist ebenso maximal kommerziell, was wohl grade das besondere Gespür Steve Naghavis ausmacht: Alte Anhänger sind zufrieden und Mediacontrol schwenkt ebenfalls ein, ganz ohne dämliche Gitarren einzubinden... Wobei, eine Randnotiz muß sein: Bei dem Konzert im Rahmen des OrkusFestivals stand man in der 10ten Reihe bei einigermaßen Körpergröße wie in der 1ten, weil davor nur hüpfende [Klein-]Kinder ihr bestes gaben, was aber nicht annähernd ausreichte...befremdlich, sicher auch für Steve, der zwar zeitweise mal auf dieses Publikum setzte und den dies Resultat nun auch nicht überraschen dürfte, dessen Schau dort aber erste Sahne war: Hart, schlagbezogen, agil und kraftvoll, fast wie in alten Zeiten, als er auch schon mit Chris Ruiz auf der Bühne stand...man kann nur hoffen, daß mehr „alte“ Leute AO wiederentdecken...so, Kurve kriegen, bei diesem Auftritt spielte Steve auch das hier rezensierte Titelstück, wobei sich dort noch nicht erahnen ließ, wie sehr es einschlägt, war der Klang und die Abmischung live aber doch hervorragend [Im Gegensatz zu den Livestücken der Folge-Maxi „So klingt Liebe“, Kritik folgt...]. Also, „MFS“, dies Lied hat alles, was man von einem AO Song heutzutage erwartet: Wiedererkennungswert vom ersten Piepen an, treibenden Baß, perfekt eingepaßten Gesang und verspielte Sequenzen. Einfach ein Treffer! Neben der „Club-Version“ ist noch eine „Naghavi Re-Something“-Abmischung enthalten, die aber nicht weiter ins Gewicht fällt. Auf der Bonuskarte stehen zwei neue Stücke, „Beauty clown“ ist in Ordnung, nervt nicht, erinnert ein wenig an „Movie star“...wohingegen „Computer star“ textlich einfach zu infantil-dämlich ist. Mag ja sein, das ein positiver Gedanke dahinter stand, aber an der Umsetzung hapert´s.
Vergißt man letztgenannten Abfall, ist „MFS“ eine absolut gelungene Vorsingle zur am 01.09.2006 erscheinenden Langrille „Bodypop“! Bleibt zu hoffen, daß diese den nun hohen Erwartungen standhält, aber ich bin guter Dinge....


H-Punkte 5,5 [Skala 1- 6]

DJHorn

 


VERSCHIEDENE INTERPRETEN – Extended Electronics (DCD/Zoomica/SPV)

Selten schafft eine Kompilation die Aufnahmeprüfung der djhorn.de-Rezis, sei es, weil sie einfallslos, bieder oder musikalisch von minderer Qualität ist. Zudem bin ich kein ausgewiesener Anhänger dieser Kompaktdisketten-Daseinsform, weil oft nur Sachen verbraten werden, die man in ähnlicher oder besserer Form schon auf einem Album vorfand. Zugegeben in Ordnung, um sich als Unwissender einen schnellen Überblick zu verschaffen. Und hier nun mal eine Ausnahme: „Extended electronics“ - mitnichten nur, weil ich die Gelegenheit hatte, Euch am 07.Juli 2006 diese Doppel-CD im Rahmen der DEPECHE MODE-Party „SYNTHETIC PAINkiller“ offiziell vorstellen zu dürfen – sondern, weil hier ein besonderer roter Faden erkennbar ist: Viele Abmischungen tragen die Handschrift alter Maxis, mit denen in den 80er und Anfang der 90er dieses Format erst populär wurde. Nicht absurd anders abgemischt, völlig entfremdet chillig oder housig. Es wurden einfach nur längere instrumentale Zwischenszenen und eine leicht veränderter Rhythmik eingebracht, bestes Beispiel: PSYCHE – "15 minutes", gleichsam mein Favorit dieser Scheiben. Durch diese Art und Weise fühlt man sich zurückversetzt in gute alte Zeiten, als noch keine fachfremden Rapper oder HipHopper Remixaufträge von namhaften Bands erhielten. Keine Regel ohne Ausnahme, Lieder wie „Chrome“ von VNV NATION oder auch COVENANTs „20hz“ wurden wie oben beschrieben verwurstelt. Glänzend hingegen: [:SITD:] mit „Suffering in solitude“, FROZEN PLASMA mit „Hypocrite“ oder auch IN STRICT CONFIDENCE mit „Promised land“, welches im Original im Vergleich zu den letzten VÖs von Dennis Osterhase schon überraschend gut ist; und dies nicht NUR, weil hier eine weibliche Stimme mitmischt, die leichte, angenehme Kost beschert. Hier erstmals auf einem Mischer enthalten: DIE KRUPPS FEAT. DOUGLAS MCCARTHY mit der neuen Version von „Wahre Arbeit, wahrer Lohn“, die zuvor nur auf einem 2-Stück-Silberling „25 Jahre DIE KRUPPS“ zur Promotion verschickt wurde bzw. auf der JubiTour zu kaufen war. Die neue Version mit neuen, erstmalig auch deutschen Textzeilen von NITZER EBB-Sänger Douglas McCarthy wummert präzise kraftvoll aus den Boxen, leider stören ein wenig die bei DIE KRUPPS mittlerweile obligatorischen Gitarrenriffs, lustig hingegen: Das Geklimpere à la EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN im Zwischenteil. Ein weiterer hier enthaltener Track, den ich bei Erhalt der Maxi eigentlich schon rezensieren wollte, aber es aufgrund fehlender Zeit nicht dazu kam: DRACUL – „Wähle die Freiheit“ – hier nat. in der „Ext. Version“, die noch mal etwas aufgebretzelt wurde. Knackige Schläge, ein nicht zu sehr verzerrter Gesang, leicht provokante Sprachsamples: Eine Rezeptur, mit der man Treffer landet. Für mich weit besser als die meisten VÖs UMBRA ET IMAGOS des hier auch Hauptverantwortlichen Mozart.
Ein weiteres Hochlicht, welches ebenfalls eine gesonderte Kritik verdient gehabt hätte: PZYCHOBITCH mit dem Lied „Pussygang“ des aktuellen Albums „Electrolicious“ [ebenfalls ein Hörtipp, unbedingt anspielen: „Cold comfort“ / „Eyes off“] – leider ist das hier enthaltene Lied vom Text her ein wenig kindisch-klischeehaft. Nun ist PZYCHOBITCHs Sängerin Sina auch live sehr lasziv-anbietend-ansprechend und sicher einen Wichs wert, aber das muß man meiner Meinung nach nicht noch durch solche Texte überhöhen.
Ich könnte nun noch weitere Akteure dieses Doppelrohlings beschreiben, aber vielleicht hört Ihr mal selbst in diese Teile ´rein - einige punktuelle Anreize sollte ich gesetzt haben, zumindest, wenn man ein wenig meine Musik-Sichtweise nachvollziehen kann. Eine sehr gelungene Kompilation!

H-Punkte 5,0 [Skala 1- 6]

DJHorn

 


FRONT LINE ASSEMBLY – Artificial soldier (CD/Metropolis) – Info: www.mindphaser.com

Eine solide Scheibe bescheren uns FRONT LINE ASSEMBLY mit „Artificial soldier“. Ein Album, welches sicher (mal wieder) nicht an „Caustic grip“, „Tactical neural implant“ oder „Hard wired“ heranreichen kann, jedoch deutlich besser als die letzten Releases dieser kanadischen Band um den Österreicher Bill Leeb. Man findet sowohl gesanglich als auch stilistisch zurück zu alter Härte, verwendet schlagkräftige Drums und eingängige Melodien. „Unleashed“ und „Dopamine“ gehören zu meinen Favoriten. Warum man jedoch Jean-Luc de Meyer („Future fall“) und COVENANT-Gurke Eskil („The storm“) für zwei Songs verpflichtet hat, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Leider werden mir mittlerweile zu viele Songs mit dem 242-Frontmann gebracht. Hier kommt ein Nervfaktor zu Tage, den ich sonst z.B. bei Herrn Heppner verbuchen kann. Und „The storm“ klingt ganz einfach wie ein handelsüblicher COVENANT-Track – also in dem Sinne wirklich keine Innovationen. Dennoch – „Artificial soldier“ ist wieder ein gut gemachtes, solides Electro-Album mit einer Rückbesinnung auf alte Qualitäten. Ich hoffe, die Band geht weiter ihren Weg und findet irgendwann doch nochmal zu alter Stärke zurück!

H-Punkte 4,0 [Skala 1- 6]

Le-Rav

 


SPETSNAZ – Totalitär (CD/SPV) – Info: www.spetsnaz.se

Diese Kompaktdiskette kam schon im Februar diesen Jahres heraus – wo mir grad die Zeit fehlte, aber nun eine „Nachbetrachtung“, die einer damaligen Rezi nicht unähnlich wäre...
„Totalitär“ war zu Anfang gewöhnungsbedürftig – aber niemand konnte wohl erwarten, daß sie das Erstwerk „Grand design“ in den Schatten stellt – war dieses doch eine Zusammenstellung aus jahrelangem Bemühen, einen Plattenvertrag zu bekommen. Mit diesem in der Tasche wurden dann alle alten Untergrundhits noch mal hervorgeholt und teilweise neu abgemischt...
„Totalitär“ ist hingegen ein in relativ kurzer Zeit entstandenes Album ohne Altmaterial, zudem müssen SPETSNAZ ja auch ihrer gewachsenen Fangemeinde Tribut zollen, die es gerne etwas zeitgenössischer hat. Unter diesen Umständen ist der Silberling erfrischend gut ausgefallen. Es geht im Marschrhythmus los [„Prelude“]. Folgend eines der besseren Klangbilder „Uniform“, auch das wohl schnellste...ein knüppelnder Schlag, aggressiver Gesang, gut gut. Anschließend ertönen ein paar Midtemponummern, von denen „Kindred“ hervorsticht... „Reign of wolves“ ist dann noch ein stückweit besser, prescht mehr nach vorne; sehr geil auch wie bei den meisten Liedern die klaren Baßschläge, recht minimal, aber die enthaltenen Strukturen sind brillant klar. Mit der laufenden Nummer 7 kommt dann mein absoluter Favorit dieser Scheibe zum Tragen: „Autonomy“ – glasklare Schläge, gut variierter Gesang, ein Ohrwurm in EBM-Hinsicht. Im Weiteren kommen weniger auffällige Beiträge, zu denen auch die Singlevorauskopplung „Degenerate ones“ gehört, nach der man Schlimmeres vermuten mußte...zum Ende hin hellt es sich mit „Warfare Inc.“ und vor allem mit dem treibenden „Formation“ noch mal ein wenig auf. Das abschließende Titelstück „Totalitär“ ist ein ruhiger, aber angenehmer Ausklang...
Eins ist klar: Ich werde „Totalitär“ nie so vergöttern wie den Vorgänger „Grand design“, der einfach gnadenlos gut war, aber trotzdem kann man auch als alter Fan mit diesem Werk leben...

H-Punkte 4,5 [Skala 1- 6]

DJHorn

 

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